Donnerstag, 5. November 2015

Stone Village - Ein Lehrer allein ist zu wenig


In Stone Village, einem abgelegenen Köhlerdorf, kümmern wir uns seit dem letzten Sommer um Schule und Lehrer. Natürlich wollte ich gerne dieses Dorf, das tief in den Bergwäldern liegt, wieder besuchen um selber zu sehen, wie es dort läuft.
Eine Abordnung von mehreren Männern auf Mopeds holte uns an der Landstraße ab, wo der Weg ins Hinterland abzweigt. Von da ging es auf dem furchtbar schlechten Weg fast zwei Stunden über Stock und Stein. Nach den extremen Regenfällen war der Weg in einem noch viel schlechteren Zustand, als ich ihn vom letzten Besuch in Erinnerung hatte. Während der Regenzeit ist auch kein Mopedbetrieb möglich, so dass unser project assistant bei seinen Besuchen einen mehrstündigen Fussmarsch je Richtung bewältigen musste.
In dem traumhaft romantisch gelegenen aber extrem armen Dörfchen wurden wir zunächst bewirtet, wie es dort und überall in Myanmar üblich ist, und dann über die kleine schmale Brücke zur Schule hinauf geführt und von den Dorfleuten begrüßt. In der festlich geschmückten Schule gab es dann einige sehr freundliche Ansprachen und viele Dankesworte.
Ich hatte Gelegenheit die Lehrerin, die von uns angestellt wurde mitsamt zwei ehrenamtlichen Helferinnen, die jeweils für zwei Tage pro Woche zur Ergänzung des Unterrichts mit dem Moped herbeigeholt werden, kennenzulernen. Da wir derzeit nur eine Lehrerstelle bezahlen können, klafft bei den über 50 Kindern der ersten vier Jahrgänge eine Lücke, die mit den zwei Helferinnen notdürftig überbrückt wiird.
Unter einem großen Baum in der Mitte des Dorfes gab es ein Mahl mit einer ganzen Reihe von einfachen Köstlichkeiten, das reine Idyll. Mit den Dorfleuten zusammen wurde das Problem der ungenügenden Trinkwasserversorgung erörtert, bei dem wir gerne helfen wollen, falls und sobald uns die Mittel zur Verfügung stehen.

Montag, 2. November 2015

Trinkwasse für "23 mile school"




Die Schule in "23 mile" haben wir knapp vor der Regenzeit reparieren lassen. Damit war zumindest ein trockener Raum für die über 100 Kinder gegeben. 
Wie leider nun schon oft erlebt, kümmert sich die Regierung so gut wie gar nicht um diese Art Schulen. Von den vor kurzem noch fünf Lehrrern sind drei fortgezogen. Ersatz wurde schon vor Monaten angekündigt, lässt jedoch bis heute auf sich warten. Zwischenzeitlich müssen die beiden Lehrer schauen, wie sie mit den vielen Kindern der Grundstufe zurecht kommen.
Für uns gibt es hier keine Möglichkeit Entlastung zu schaffen. Jedoch wollen wir uns weiter für die Versorgung der Schule mit Trinkwasser einsetzen. Eine Gallonenflasche sauberes Mineralwasser, also rund 5 Liter, kostet 500 Kyat, also 40 Cent. 3 davon werden täglich benötigt, dies an gut 200 Tagen im Jahr. Der Gesamtbedarf liegt also bei 250 € im Jahr. Die im Nachbardorf gelegene Quelle liefert kein trinkbares Wasser, es kann eigentlich nur zum Kochen und Waschen benutzt werden. Wenn es jedoch keine Alternative gibt, wird eben dieses verunreinigte und krankheitserregende Wasser verzehrt. 
Spender gesucht!

Überschwemmungen und Kundgebungen

Acht Stunden Fahrt mit dem Überlandbus - das ist reichlich Zeit zur Betrachtung der immensen Schäden, die der letzte Monsun mit seinen diesmal extremen Regenmengen hinterlassen hat. Das Deltagebiet des 2000 Kilometer langen Ayeyarwady, der vom Himalaya im Norden das ganze Land Myanmar bis zur Mündung in die Andamanensee durchzieht, war einmal die Reiskammer Südostasiens und noch immer lebt diese Region in der Hauptsache vom Reisanbau. Jetzt, nach dem Ende der Regenzeit, steht noch immer ein grosser Teil der Anbauflächen unter Wasser: dieser Teil der Ernte ist verdorben. Und das bedeutet in Myanmar, wo ein Grossteil der Menschen von dem lebt, was er heute verdient, Hunger und Not. Solche Katastrophen schaffen es kaum in unsere Nachrichten daheim, sie bleiben eine Fußnote.
Dieweil geht es auf die ersten, vielleicht diesmal wirklich freien Parlamentswahlen am 7.11.2015 zu. An vielen Orten sind die Menschen zu Kundgebungen auf der Straße. Fast ausschliesslich sind es Anhänger der NLD (National League for Democracy), der Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kiy, einer überall hochverehrten Lichtgestalt. 
Über eine Lange Strecke Landstraße ist mein Bus in einem solchen Kundgebungsumzug gefangen, denn die Straße ist eng und schlecht. Es sind mehrere Tausend Menschen, alle in NLD-T-Shirts gekleidet, singend, fahnenschwenkend und bester Laune. Viele auf Mopeds und Fahrrädern, noch mehr auf allen Arten teils uralter LKW, Traktoren und Tuktuks. Auf der Pritsche eines Lasters spielt eine Band junger Leute laute Rockmusik. Festtagsstimmung, man erwartet den klaren Wahlsieg der NLD.
Nachrichten aus Yangon, die von gewaltsamen Überfällen auf NLD-Veranstaltungen berichten, ergänzen das Bild. Und auch die auffällige Abwesenheit der sonst zahlreichen Touristen aus dem Westen, selbst in den beliebten Badeorten, zeigt die Angespanntheit vor der Wahl. 
Die nächste Woche wird spannend, auch für mich als Gast, jedoch natürlich besonders für die Menschen in Myanmar.

Wir wollen nun unsere Projekte in der Region besuchen und fortsetzen. Schon bei den ersten Besuchen in den abgelegenen Dörfern wird in Bezug auf das oben Beschriebene eines deutlich: Für diese Ärmsten der Menschen ist die Politik kaum ein Thema. Für sie geht es um das Minimum, um Essen oder Hungern, ein Dach über dem Kopf und Zugang zu genießbarem Wasser. Auch bei einer fortschreitenden Demokratisierung Myanmars werden noch viele Jahre vergehen, bis sich diese Verhältnisse zum Besseren wenden können.

Sonntag, 1. November 2015

Yangon

Der Eindruck des fremdartigen, aber wie immer eigenartig vertrauten, quirligen Treibens in Yangon entschädigt mich sofort für die zwanzigstündige Reise. 
Ich erfahre, dass nur wenige Ausländer in der Stadt sind. Das liegt wohl an der Unsicherheit angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen am 7. November. Die Einheimischen jedoch erscheinen wie immer gelassen und unaufgeregt. Schlechte Erfahrungen mit wechselnden Fremdherrschaften und Unterdrückung durch die Militärs hat man schließlich zu Hauf, die Erwartungen sind entsprechend gedämpft. 
Heute geht es für mich mit dem Überlandbus ins Ayeyarwady-Delta. Von dort geht die Reise per Moped weiter zur Küste am Golf von Bengalen. 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Herbstreise nach Myanmar

Ich werde von unterwegs berichten. natürlich auch über die Parlamentswahlen, die ich am 8. November hautnah erleben kann.

Montag, 14. September 2015

Neue Projekte im Herbst 2015

Ende Oktober 2015 reisen wir zu einem zweiwöchigen Aufenthalt nach Myanmar. In dieser Zeit wollen wir die laufenden Projekte besuchen und uns einen Überblick über deren Verlauf verschaffen. Wir werden auch neue Projekte starten, insbesondere die Förderung des Schulbesuchs einer Reihe von mittellosen Kindern.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt wird die Vorbereitung unseres Projekts "one day - one doc - one village" sein, mit dem wir ab 2016 für die medizinische Grundversorgung in einigen abgelegenen Dörfern sorgen wollen.
Weiterhin geht es um die Registrierung unseres Projekt-Teams "Mate Swe Foundation" bei der Regierung von Myanmar und die Einrichtung einer Anlaufstelle.
Noch sind alle diese Projekte nicht durchfinanziert und darüber hinaus steht zu erwarten, dass uns wieder eine Anzahl von Notfällen begegnet, wo kurz entschlossene Hilfe erforderlich ist.
Jetzt ist also der Zeitpunkt, unser Projektbudget so zu unterstützen, dass wir an möglichst vielen Punkten Hilfe leisten können.
Ein einfacher Weg, unsere Patenschaften für den Schulbesuch von bedürftigen Kindern zu fördern, geht über die Spendenplattform https://www.betterplace.org/de/projects/33566
Diese Plattform arbeitet völlig gebührenfrei und stellt eine optimale Präsentation für soziale Projekte zur Verfügung.

Sonntag, 6. September 2015

Laufende und in Vorbereitung befindliche Projekte

Während wir in Deutschland mit Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung beschäftigt sind, laufen die zuletzt im Frühjahr begonnenen Projekte in Myanmar weiter. Durch zusätzliche Spendenmittel war es möglich, den Schulbesuch weiterer mittelloser Kinder zu ermöglichen.
Wir planen, im Spätherbst weitere Projekte vor Ort in Myanmar beginnen zu können. Natürlich möchten wir einer ganzen Reihe weiterer Kinder den Schulbesuch finanzieren. Die Warteliste ist recht lang. Zur Unterstützung unserer Spendenwerbung haben wir eine Präsentation auf der Plattform betterplace.org installiert. Hier ist es sehr bequem möglich, online zu spenden. Gleichzeitig werden die Projekte für interessierte Förderer sehr transparent.